Rundbrief 61 – März 2026

Inhalt:

Große Ereignisse…

Wir haben einiges geschafft. Und uns einiges vorgenommen.

Was haben wir geschafft?

Ärgerlich war die Forderung von über 800 € für die unerlaubte Verwendung eines 30 Jahre alten Fotos auf unserer Homepage. Das kostete Zeit, Nerven und etwas Geld.

Dagegen ging eine Spende einer größeren Menge von Brillen unkompliziert und schnell über die Bühne.

Unkompliziert und voller Freude war ein Besuch der BBG-Schule aus Bonn in Bosnien, den Mujo organisiert hat. Die langjährige Arbeit von HEJ macht sich hier bezahlt.

Auch mit Mladi Tuzle in Tuzla verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit, sogar Freundschaft. Wofür wir jetzt mit einem Preis geehrt wurden.

Beim Herbert Kaefer Preis wurden wir in die Jury berufen – eine Ehre ganz anderer Art. Und haben zwei würdige Preisträger gefunden.

All das ist schon Vergangenheit. Und steht jetzt auf einem sozialen Netzwerk namens Mastodon. Auch wenn wir Facebook und Instagram weiterhin pflegen, so werden wir in Zukunft auch an Alternativen denken.

Womit wir bei der Zukunft und unseren Plänen wären.

Giana und Cvetin planen das Projekt „Erinnerungskoffer“, in dem Kinder und Jugendliche in meh­reren Workshops kreativ entdecken, was „Zuhause“ für sie bedeutet.

Ein Projekt, das wir im November-Rundbrief vorgestellt haben, nimmt nun richtig Fahrt auf: Wir unterstützen Kinder in der Ukraine, die an TYP 1 Diabetes erkrankt sind, mit Sensoren zur kontinuierlichen Blutzuckermessung (CGM). Leider sind diese nicht billig und müssen zudem regelmäßig ausgetauscht werden.

Neben vielen Spenden hoffen wir deshalb auf einen guten Verkauf bei unserer diesjährigen Kunstausstellung bzw. der anschließenden Versteigerung. 25 Künstlerinnen und Künstler haben bisher zugesagt.
Save the date: 1. – 8. November

Details dazu finden Sie, findet ihr weiter unten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Der Vorstand des Aachener Netzwerks

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Gemeinsam gegen Diabetes

Vier Vereine haben sich zusammen­geschlossen, um gemeinsam Kindern in der Ukraine, die an Diabetes erkrankt sind, zu helfen.

Wo ist das Problem?

Die Ukraine leidet unter dem Krieg. Der Krieg kostet Geld, viel Geld, und Ressourcen. Dadurch leidet natürlich auch das Gesund­heits­system – es fehlt an allen Ecken und Enden.

Ungefähr 1,3 Millionen Diabetes­patienten gibt es in der Ukraine, davon alleine circa 15.000 Kinder mit Typ 1 Diabetes.

Diabeteskranke Kinder leiden mehrfach:
An Krieg und Zerstörung, an Vätern, die getötet oder verwundet worden sind, an über­lasteten Müttern, an ihrer Diabetes-Krankheit – und auch an unzulänglicher Ver­sorgung.

An dem Krieg und seinen Folgen können wir Vereine nur wenig ändern, aber wir können die Versorgung der Diabetes-kranken Kinder verbessern.

Auch wenn der Krieg früher oder später vorbei sein wird, wird es weiterhin einen Mangel in der Versorgung der Kinder geben – deshalb ist unser Projekt langfristig ausgelegt.

Wer sind die vier Vereine?

Natürlich ist das Aachener Netzwerk mit dabei. Seit mehreren Jahren unterstützen wir die notleidende Bevöl­kerung in der Ukraine, u.a. durch 1000 First Aid Kits, 4 Trinkwasserauf­bereitungsanlagen und eine Brenn­stoff­bri­kettieranlage.

Kipepeo – fair und sozial e.V. hat seinen Sitz in Winterberg. Kipepeo und das Aachener Netzwerk kooperie­ren schon seit vielen Jahren – und ganz besonders bei Hilfstransporten in die Ukraine.

Über Kipepeo kam auch unser Partner in der Ukraine ins Spiel: Gora Dobra UA – Berg des Guten. Sie sitzen im ukrainischen Lviv und küm­mern sich darum, dass unsere Spenden bei den hilfsbedürftigen Kindern ankommen.

Die Kriegskindernothilfe e.V. (KKNH) sitzt in Warmen­steinach, unweit von Bayreuth. Sie ist, wie das Aachener Netzwerk, Anfang der 1990er Jahre aufgrund der Balkankriege gegründet worden. Allein schon aufgrund ihres Namens passt sie hervorragend in dieses Projekt.

Wie können wir helfen?

Natürlich stehen auch in der Ukraine Hilfsmittel für Diabetes-Kranke zur Verfügung. Nur oft zu wenig oder in unzureichender Qualität. So gibt es meist nur Teststreifen und keine Blut­zuckermess­geräte, die kontinuierlich messen. Gerade bei Kindern ist eine Unter- oder Überzuckerung deshalb vorprogrammiert. Deshalb kaufen wir diese Messgeräte und überreichen sie bedürftigen Kindern – natürlich unter ärztlicher Anleitung.

Darüber hinaus werden wir weitere Hilfsmittel zur Insulin­gabe besorgen: Pens, Insulin­pum­pen, Ka­theter, Nadeln, … Dabei passen wir auf, welche Hilfsmittel in der Ukraine gebräuchlich sind.

Deshalb sammeln wir Geld- und Sach­spenden von Privatpersonen und Firmen.

Helmut Hardy

Gora Dobra UA

In the first day of spring, we have wonderful news – we sent Linx sensors to the first five children. The 30 Linx sensors were purchased with money from Kipepeo and KKNH.

We also received Libre sensors from Aachen and immediately send them to three more children.
Our diabetes help train has departed!

Tetyana Emelyanenko, Lviv

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Diabetes – Fragen und Antworten

Wie kann man Diabetes-kranken Kindern helfen?
Warum muss man ihnen helfen?

Jedes Kind ist einzigartig. Jedes Kind benötigt je nach Schweregrad seiner Erkrankung unterschiedliche medizinische Hilfsmittel in unterschiedlichen Mengen. Daher ist es schwierig, die Kosten pro Kind zu berechnen.

Die ersten LinX-Sensoren, fertig zum Verteilen

In der Ukraine erhalten Kinder mit Typ-1-Diabetes bestimmte lebensnotwendige Medi­kamente und medizinische Hilfsmittel kostenlos. Der Umfang der Unterstützung kann je nach Region und lokalen Programmen leicht vari­ieren, umfasst aber im Allgemeinen Folgendes:
– Jedes Kind erhält kostenlos (Human-)Insulin. Insulinanaloga werden seltener verschrieben und erfordern oft eine Zuzahlung.
– Insulinspritzen oder Pen-Nadeln sind in der Regel kostenlos, werden manchmal aber auch nur teilweise oder in unzureichenden Mengen erstattet.
– Auch Blutzuckerteststreifen sind normaler­weise kostenlos.

Teststreifen oder Kontinuierlich messende Glukosesensoren?

Teststreifen messen, das liegt in der Natur der Sache, den Blutzucker nur zu einem Zeitpunkt. Eine kontinuierliche und hilfreiche Blutzucker­messung wird nur durch sogenannte CGM-Sensoren sichergestellt. Blutzucker­schwan­kungen werden mit ihrer Hilfe rechtzeitig erkannt und Risiken wie Unterzuckerung oder zu hoher Blutzucker verhindert bzw. minimiert.

Aber diese Sensoren werden in der Ukraine leider nicht erstattet. Deshalb haben sich mehrere Hilfsorganisationen zusammen­geschlossen, um Kindern in der Ukraine mit diesen Sensoren zu helfen.

Welche Sensoren gibt es?

LinX-Sensoren werden in China hergestellt. Ein Sensor arbeitet 14 Tage lang, dann muss er ausgetauscht werden.

Auch die Libre-Sensoren der US-amerikanischen Firma Abbott halten 14 Tage lang. Sie genießen bei Eltern hohes Vertrauen.
In ihren Eigenschaften sind LinX- und Libre-Sensoren grundsätzlich ähnlich.

Wo können wir diese beschaffen?
Und was kostet es?

LinX-Sensoren können wir direkt in der Ukraine kaufen. Ein Sensor kostet 35 €. Pro Monat und Kind also 70 €.

Alternativ können wir Libre-Sensoren in Deutschland für ca. 70 € das Stück, also 140 € pro Kind und Monat beschaffen. Sie sind also etwa doppelt so teuer wie LinX-Sensoren.

Einkauf in der bzw. Import in die Ukraine sind ohne rechtliche Probleme möglich.

Wie können wir außerdem helfen?

Gespendete Sensoren, wasserfeste Schutz­pflaster, Teststreifen, Insulin-Pen-Nadeln, Lanzetten und anderes Zubehör können wir als Beigabe zu anderen Hilfsgütern kostenlos in die Ukraine bringen.

Tetyana mit dem ersten „Libre-Kind“
Zusätzlich gab es STAWAG-Gummibärchen

Wie kannst du, wie können Sie helfen?

1. Übernehmen Sie, vielleicht mit Ihrer Familie oder einem Verein, die Patenschaft für ein Kind. Für 70 € pro Monat sagen wir Ihnen ganz konkret, welchem Kind Sie damit helfen. Sie bekommen Informationen über die Kranken­geschichte des Kindes und weshalb wir gerade dieses Kind unter den vielen hilfsbedürftigen Kindern ausgewählt haben.

2. Jeden Monat 70 € ist eine Menge Geld. Natürlich können Sie die Kinder auch mit einer geringeren regelmäßigen Spende unterstützen. Auch dann erfahren Sie über unseren Rundbrief, wie es mit unserem Projekt weiter geht.

Helmut Hardy

Dr. med. Angeliki Pappa

Das deutsche Gesundheitssystem versorgt ca. 37.000 Kinder und Jugendliche, die an Typ 1 Diabetes leiden. Wir Ärztinnen und Ärzte wissen, dass diese Erkrankung eine tägliche Bürde ist, weil zu keiner Mahlzeit und zu keiner Tageszeit die Therapie ausgelassen werden darf.

Die Sorge darum, ob genügend Medikamente und Hilfsmittel zur Verfügung stehen, verschlechtert die psychische Situation noch zusätzlich und damit auch die Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und der gesamten Familie.

Eine gute Versorgung mit Insulin und Hilfs­mitteln zu gewährleisten, ist ein elementarer Baustein für die Therapie und das Wohl­ergehen dieser Menschen.

Dr. med. Angeliki Pappa
Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
im Universitätsklinikum RWTH Aachen
Mitglied im Aachener Netzwerk

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Mitgliederversammlung 2026

Gestern war Frühlingsanfang. Und es fühlt sich auch an wie Frühling. Aber statt draußen zu sein, sitzen wir im Welthaus.

Ein paar unserer Mitglieder feiern, denn der Ramadan ist gerade vorbei. Doch 12 Mitglieder fanden den Weg ins große Rund – einer war per Video dabei. Um es vorweg zu nehmen: Es war eine sehr harmonische und einmütige Versammlung. Es gab bei jeder Abstimmung höchstens eine Enthaltung, und sonst nur Ja-Stimmen.

Zentraler inhaltlicher Punkt war der Entwurf einer neuen Satzung, die in folgenden Punkten gegenüber der alten Satzung geändert wurde:
– Explizite Aufnahme der digitalen Kommuni­kation, der digitalen Teilnahme an Veranstal­tungen und der digitalen Stimm­abgabe in die Satzung (§ 9).
– Ermöglichung von Mitgliedsbeiträgen, die bis­her ausgeschlossen waren (§ 5).
– Aufnahme der weiblichen Form der Vorstandsmitglieder, Kassenprüfenden etc. in den Satzungstext.
– Anpassung der Satzung an die „neue“ Deutsche Rechtschreibung.

Digitale Kommunikation ist bei uns, seit Corona, gelebte Praxis, weibliche Vorstandsmitglieder haben wir auch schon und die Neue deutsche Rechtschreibung ist schon lange nicht mehr neu.

Aber ein Mitgliedsbeitrag wäre ohne eine Satzungsänderung nicht möglich gewesen. Die anderen Punkte waren also eher ein „nice to have“.

Nach Annahme der Satzung ging es nun um die Beitragsordnung. Um es einfach zu machen, haben wir einen jährlichen Beitrag von 60 Euro festgelegt, der damit auch für 2026 gilt. Aber, und das war allen wichtig, direkt im nächsten Satz der Beitragsordnung heißt es:
„Auf Wunsch des Mitglieds und ohne Angaben von Gründen wird der Beitrag durch den Vorstand für ein Kalenderjahr reduziert oder gestundet.“
So ist also jedem und jeder freigestellt, auch einen geringeren oder keinen Betrag zu zahlen. Man muss es nur sagen.
Auch die Beitragsordnung wurde einstimmig angenommen.

Nachdem der Vorstand und der Kassenführer Bericht über Arbeit und Finanzen des Jahres 2025 abgelegt hatten, wurde der Vorstand entlastet, wieder einstimmig.

Bei der Neuwahl von Vorstand und Kassenprüfern kandidierten alle wieder und neue Kandidat*innen gab es nicht. So gab es auch hier wenig Diskussion. Außer den Kandidaten, die sich durchweg enthielten, gab es wieder nur Zustimmung.

Da alle Abstimmungen offen durchgeführt wurden, können die Stimmzettel nun als Notizpapier verwendet werden.

Unter „Verschiedenes“ wurden noch verschiedene Projekte diskutiert, die jetzt in diesem Rundbrief nachzulesen sind.

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Brillen für die Ukraine

Vormittags kam die Anfrage von Michael Becker: „Ich habe ein paar Brillen (Lesebrillen, von DM, +1/+1,5/+2 Dioptrien). Bisher hat der Optiker die immer genommen, jetzt hat er keinen Abnehmer mehr. Weißt du vielleicht eine Weiterverwendung?“

Kurze Nachfrage bei unseren ukrainischen Freunden. Antwort: „Da ist an allem Bedarf – das Land ist mitten im Krieg, mein Lieber!“

Michael hat noch bei Optik Jordan und Brille & Akustik Schwickard angefragt, wir haben uns auf’s Rad gesetzt und nun stehen 2 Kisten im Keller – und wir sagen Danke!

Den Rest machen unsere ukrainischen Freunde.

Jederzeit gerne wieder!

Helmut Hardy

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Mastodon – in der Kürze liegt…

Von Twitter haben wir uns schon verabschiedet. Facebook und Instagram sind uns auch nicht immer sympathisch. Deshalb möchten wir euch eine Alternative anbieten. Seit Anfang März findet ihr uns zusätzlich bei Mastodon, einem dezentralen und quelloffenem „Mikroblogging-Dienst“. Das heißt, die Texte können nur 500 Zeichen lang sein. Wir müssen uns also kurz fassen.

https://mastodon.social/@Aachener_Netzwerk lautet die Adresse, unter der ihr uns findet. Im Moment haben wir 5 Beiträge und 4 Follower. Kommt ihr dazu?­

Eva Lohff

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Kunstausstellung und -auktion 2026

Nach den Kunstauktionen in 2022, 2023, 2024 und 2025 wird es auch dieses Jahr wieder eine Kunstauktion geben. Und es ist wie immer: fast alles bleibt beim Alten – aber manches ändert sich trotzdem.

Wir werden, wie schon 2025, eine feste Obergrenze bei 50 Künstler*innen und 75 Kunstwerken ziehen.

Die ersten Kunstwerke sind schon online

Viele Künstler*innen sind seit Jahren dabei, manche sind neu. Die meisten kommen aus Aachen und Umgebung, manche aber auch aus Köln, Bonn, Münster, …

Alle Kunstwerke zeigen wir eine Woche lang in einer Ausstellung, wie immer im Ausstellungs­raum des Atelierhaus Aachen, im Depot, Talstraße 2, 52068 Aachen.

Eröffnet wird die Ausstellung am 1. November um 15 Uhr, wie immer, durch unsere neue und alte Schirmherrin Sibylle Keupen. Dabei werden auch viele der Künstler*innen anwesend sein.

Vorher schon wählt eine Jury aus, welche der ausgestellten Kunstwerke zum Festpreis verkauft werden und welche am 8. November versteigert werden.

Und wo wir gerade bei der Jury sind, sind wir auch schon bei der ersten Änderung: Dr. Dirk Tölke „möchte keine Bewertungen mehr in einer Jury machen“. Die Kunsthistorikerin Dr. Myriam Wierschowski übernimmt den frei gewordenen Platz in der Jury.

Die Ausstellung wird zwischen Vernissage und Auktion jeden Tag geöffnet sein. Montag bis Donnerstag ab 17 Uhr, Freitag und Samstag schon etwas früher, nämlich um 15 Uhr.

Spannend wird es dann am Sonntag um 15 Uhr, wenn Dr. Angela Maas in die Auktion einführt, die Galerist Benjamin Fleig, wie immer, humorvoll gestalten wird.

Und am Montag wird aufgeräumt und der Raum sauber hinterlassen:

Rahmendaten
Ausstellungseröffnung:
Sonntag, 1. November 2026, 15 bis 18 Uhr
Ausstellung:
Montag, 2.11., bis Donnerstag, 5.11. 2026, jeweils 17 bis 20 Uhr
sowie Freitag, 6.11., und Samstag, 7. 11., jeweils 15 bis 20 Uhr
Auktion:
Sonntag, 8. November 2026, 15 Uhr
(Einlass ab 12 Uhr)
Ort:
Atelierhaus Aachen, Depot Talstraße, Talstraße 2, 52068 Aachen
Unterstützt durch die Stadt Aachen

Helmut Hardy

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HEJ macht Freu(n)de ohne Grenzen

Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen der Bertolt-Brecht-Gesamtschule (BBG-Schule) in Bonn (Deutschland) waren zu Besuch bei der Kacuni-Schule im bosnischen Busovača.

Škola Kaćuni

Nicht zufällig ist Busovača der Standort unserer Sport- und Kreativ-Werkstatt HEJ. Und genauso wenig zufällig ist der Initiator von HEJ, der Bosnier Mujo Koluh, Lehrer an der BBG.

Diese Besuche und Gegenbesuche sind mittlerweile zu einer schönen Gewohnheit geworden, die Schüler*innen, Lehrer*innen und Schulen aus den beiden Ländern verbindet.

Die Geselligkeit begann am Samstag, als die Schülerinnen und Schüler beider Schulen zusammen die Stadt Mostar besuchten, um die Stadt und sich gegenseitig kennenzulernen.

In Mostar

Am Sonntag besuchten sie zusammen HEJ und nahmen gemeinsam an einem Sport-Workshop teil.

Am Montag besuchten die deutschen Gäste den Unterricht in der Schule ihrer Gastgeber. Ein Freundschaftsvolleyballspiel der Schüler­mann­schaften sorgte für eine hervorragende Atmosphäre.

Beim Volleyball

Zum Abschluss des Besuchs wurde eine offizielle Einladung für einen Besuch der bosnischen Schüler*innen in Bonn ausge­sprochen – so wird diese wertvolle Zusammen­arbeit und Freundschaft langsam zur Tradition.

Abschied

nach einem Facebook-Post der Škola Kaćuni

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Ein Koffer voller Erinnerungen
– und eine große Chance für unsere Zukunft

Manchmal beginnt etwas Großes mit einer einfachen Idee. Als wir im vergangenen Jahr ein Integrationsprojekt beim Kommunalen Integrationszentrum beantragen wollten, brachte unser kreatives Mitglied Cvetin Anicic gleich vier inspirierende Vorschläge mit. Eine Idee hat uns dabei besonders berührt – und schließlich überzeugt:

„Der Erinnerungskoffer
– Die Gesichter meines Zuhauses“

Mit viel Herzblut reichten wir das Projekt im November 2025 bei der Stadt Aachen ein. Doch der Weg bis zur Entscheidung war spannender als gedacht: Nach einer verschobenen Sitzung im Dezember und ersten Rückfragen im Januar wurden wir eingeladen, unser Projekt per­sönlich im Ausschuss für Chancengleichheit und Integration der Stadt Aachen vorzustellen.

Am 12. März war es dann so weit. Mit klopfendem Herzen, aber voller Überzeugung präsentierten wir unsere Idee im ehrwürdigen Ratssaal der Stadt Aachen. Über eine halbe Stunde lang beantworteten wir Fragen, erklärten unsere Vision und teilten unsere Begeisterung.

Dann hieß es: warten.

Ein Moment voller Spannung – und Hoffnung.

Als wir schließlich wieder hereingerufen wurden, fiel die Entscheidung:

Unser Projekt wird gefördert. Mit 5.000 Euro.

Ein riesiger Schritt für uns – und für alle Kinder und Jugendlichen, die Teil dieses Projekts werden.
Natürlich gab es auch kritische Nachfragen: Können wir in so kurzer Zeit genügend Teilnehmende gewinnen? Eine berechtigte Frage. Doch die Stadt Aachen hat Vertrauen in uns und unsere Idee. Und sollte die Zeit bis Mai zu knapp sein, dürfen wir den Projektstart in den September verschieben.

Was uns besonders freut: Die Neugier der Ausschussmitglieder.

Unser „Erinnerungskoffer“ hat etwas bewegt – noch bevor das Projekt überhaupt begonnen hat.

Und genau darum geht es.

Dieses Projekt wird mehr sein als ein Workshop. Es wird ein Raum für Geschichten, Erinnerungen und Begegnungen. Kinder und Jugendliche – mit und ohne Migrations­hinter­grund – kommen zusammen, tauschen sich aus, werden kreativ und entdecken, was „Zuhause“ für sie bedeutet.

Dabei arbeiten wir bewusst mit drei künstle­rischen Ausdrucksformen, die unterschiedliche Zugänge ermöglichen:

Fotografie hilft, Erinnerungen sichtbar zu machen. Die Teilnehmenden setzen sich mit Fragen auseinander wie:
Was bedeutet Heimat für mich? Welche Bilder verbinde ich mit meinem Zuhause? Was möchte ich festhalten – und was vielleicht loslassen?

Kreatives Schreiben eröffnet einen persönlichen Raum für Gedanken und Gefühle. In Geschichten, Gedichten oder kurzen Texten gehen die Jugendlichen Fragen nach wie:
Wo gehöre ich hin? Was prägt meine Identität? Welche Erinnerungen tragen mich – und welche möchte ich weitergeben?

Szenische Darstellung und Theaterarbeit bringen diese inneren Bilder nach außen. Durch Bewegung, Spiel und gemeinsames Gestalten entsteht eine Performance, die fragt:
Wie können wir unsere Geschichten miteinander teilen? Was verbindet uns – trotz aller Unterschiede?

So entsteht Schritt für Schritt ein gemeinsamer „Erinnerungskoffer“ – gefüllt mit Bildern, Texten, Szenen und vor allem mit persönlichen Geschichten.

Denn wir sind überzeugt:
Integration lebt vom Miteinander. Vom Zuhören. Vom Verstehen.
Und sie gelingt nur gemeinsam.

Deshalb ist es uns besonders wichtig, dass viele Kinder und Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten teilnehmen. Denn:
Integration ist keine Einbahnstraße.

Der Austausch von Erfahrungen, Kulturen und Perspektiven baut Brücken – und lässt Vorurteile verschwinden.

Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung: Eine eigene Projektseite entsteht, Flyer werden gestaltet, und wir bereiten alles für einen gelungenen Start vor.

Ab dem 4. Mai bis zum 27. Juli 2026 treffen wir uns jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr in der Aula des Welthauses.

Dort wird am Ende auch die große Präsentation stattfinden – ein Moment, auf den wir uns jetzt schon freuen.

Unterstützt durch die Stadt Aachen

Wir laden alle ein, Teil dieses besonderen Projekts zu werden.

Teil eines Koffers voller Erinnerungen.

Teil von Geschichten, die verbinden.

Teil einer gemeinsamen Zukunft.

Giana Haass

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Besondere Jahresauszeichnung

Der Verein „Mladi Tuzle“, aus dem die Mittelschule für zeit­genössische Kunst im bosnischen Tuzla und das Jugendtheater Tuzla hervorgegangen sind, haben dem Aachener Netzwerk im März die „Besondere Jahresauszeichnung” verliehen.

„Besondere Anerkennung für den Beitrag zur Entwicklung unseres Vereins“

In der Begründung wurde hervorgehoben, dass das Aachener Netzwerk Bosnien und Herzegowina und besonders Tuzla bereits während des Krieges in den 1990ern unterstützte. Seit fast 20 Jahren sind Mladi Tuzle und das Aachener Netzwerk Partner im Jugendtheaterfestival „Bina Mira“. Bina Mira trägt zur Bildung, Information und Stärkung hunderter junger Menschen in Europa bei und fördert aktiv den Frieden. Ein weiterer wichtiger Grund für die Auszeichnung ist die Unterstützung bei der Gründung der Mittel­schule für zeit­genössische Kunst sowie die kontinuierliche Förderung ihrer Schüler*innen durch Stipendien.

Die Auszeichnungen wurden von Amila Beširović, Präsidentin von „Mladi Tuzle“, und Adnan Mujkić, Präsident des Jugendtheaters Tuzle, überreicht.

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Herbert Kaefer Preis 2026

Auszeichnung für Sasan Azodi und den Flüchtlingsrat Krefeld e. V.

Eine groß(artig)e Kooperation von katholischer und evangelischer Kirche, Amnesty Inter­na­tio­nal, dem Café Zuflucht und seinem Träger­verein Refugio e. V. sowie dem Aachener Netzwerk fand am Freitag, den 20. März, seinen würdigen Abschluss: die erstmalige Verleihung des Herbert Kaefer Preises für „Mut zur Solidarität mit geflüchteten Menschen und für globale Gerechtigkeit“. Namensgeber des Preises ist der ehemalige Aachener Pfarrer Dr. Herbert Kaefer, der erste Flüchtlingsbeauftragte in Aachen. Er konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein, war aber durch eine Video-Botschaft sehr präsent.

Vorher erläuterten Andreas Funke für das Bistum Aachen und Andrea Genten für den Refugio e.V. das Wirken von Dr. Herbert Kaefer und seine herausragende Bedeutung für die Aachener Arbeit für Geflüchtete und ihre Rechte.

Die Laudatio auf den Musiker und Menschen­rechtler Sasan Azodi hielt der bekannte Musiker Heribert Leuchter. Darin skizzierte er das lang­jäh­rige Engagement seines Kollegen und Freundes Sasan Azodi in der Un­terstützung von Geflüch­teten sowie für den interkulturellen Dialog.

Dieser fand in seiner anschließenden Rede nicht nur Worte des Dankes, sondern wies auch auf bedenkliche Tendenzen in der Gesellschaft hin.

Auch Gisela Klaer, seit über 10 Jahren Bürgermeisterin der Stadt Krefeld, fand mit ihrer Laudatio für den Flüchtlingsrat Krefeld e.V. offene Ohren der nachdenklichen Zuhörer. Sie unterstrich die wichtige Arbeit des Flüchtlingsrats in und für Krefeld – in den letzten 30 Jahren und auch in Zukunft.

Flüchtlingsrat Krefeld

Die Preisträger hätten fast das Dutzend voll gemacht. 9 Mitglieder des Krefelder Flüchtlings­rates waren anwesend, davon mehrere „aus der ersten Stunde“. Und auch sie sahen in ihrer Dankesrede die aktuellen Tendenzen in Politik und Gesellschaft überaus kritisch.

Mit anderen Worten: Die Arbeit für Geflüchtete ist morgen so wichtig wie gestern!

Jury- und Orga-Team

Helmut Hardy

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Copyright-Probleme

824,64 € betrug die Forderung der Nachrichten­agentur Reuters, vertreten durch die Hamburger Anwaltskanzlei ImageLaw, dafür, dass wir ein 30 Jahre altes Foto aus Bosnien auf unserer Webseite hatten. Darüber haben wir im letzten Rundbrief berichtet.

Kurz danach konnten wir uns mit ImageLaw auf eine Zahlung von 150 € einigen, haben bezahlt und dachten, wir wären nun durch. „Wir bestätigen Ihren Zahlungseingang und die vollständige Erledigung der zum obigen Aktenzeichen geführten Angelegenheit.“, schrieb ImageLaw.

Aber schon am nächsten Tag kam der nächste Brief. Gleicher Absender, neue Nachrichten­agentur, anderes Foto: 668,54 € sollte uns die mehrfache Verwendung eines Fotos, dass die Fotografin Louisa Gouliamaki 2020 in Camp Moria (Griechenland) gemacht hatte, kosten. Diesmal vertrat ImageLaw die Nachrichten­agentur AFP – auf deren Webseite man das Bild auch finden konnte.

Louisa Gouliamaki - Camp Moria 2020
Louisa Gouliamaki – Camp Moria 2020

Nur fühlten wir uns diesmal sehr unschuldig, denn die Fotografin selbst hat uns 2022 9 Fotografien für unsere Fotoaktion zur Verfügung gestellt.

Daran kam auch ImageLaw nicht vorbei und zog die Forderung zurück: „Aus Billigkeits­gründen wird der Vorgang für erledigt erklärt“.

Bilder und Postkarten haben wir noch vorrätig und verkaufen sie gerne.

Louisa Gouliamaki - Safety
Louisa Gouliamaki – Safety

Helmut Hardy

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