Ehemalige Mitarbeiter

Josef Steinbusch
Als im April 1992 der Balkankrieg ausbrach, war Josef klar, dass er nicht wegsehen wollte. Insbesondere die Solidarität mit den Kriegs-Kindern wurde zum Motor seines Engagements in humanitären Projekten. In dieser Zeit entstand sein „Aachener Kinderzirkus Pinocchio“, mit dem er in Flüchtlingslagern, Krankenhäusern und Jugendeinrichtungen in Krisengebieten Europas unter dem Motto „Tränen, die du lachst, brauchst du nicht zu weinen“ auftrat. In die Vorbereitung dieser Tourneen wurden immer Kindergärten und Schulen im Aachener Raum mit einbezogen.
Josef wollte weitermachen, „solange der Liebe Gott im Himmel keinen Clown braucht“. Nun ist es so weit.
Wir verlieren mit Josef alias Jupp, Juppino oder Jussuf einen großherzigen Menschen, der mit seiner liebenswürdigen Art vielen Menschen Freude gebracht hat.
Wir werden Jupp sehr vermissen und mit ihm lachen, bis uns die Tränen kommen.

Jochen Major
Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in Bosnien 1992 hat Jochen Major, tief berührt von den Auswirkungen des Krieges, im Rahmen der Aktionsgemeinschaft sich für die notleidenden Menschen in Bosnien und insbesondere in der Stadt Tuzla engagiert.
Zahlreiche Hilfstransporte nach Tuzla mit Nahrung, Kleidung, Medikamenten und medizinischen Geräten, aber auch zu Flüchtlingslagern an der dalmatinischen Küste hat Jochen Major veranlasst und durchgeführt, dabei während der kriegerischen Auseinandersetzungen Gesundheit und Leben riskiert, um den Menschen zu helfen.
Nach Ende des Bürgerkrieges setzte Jochen Major sein Engagement für eine friedliche Entwicklung in den Kriegsregionen fort. So initiierte er Hilfen für arme, benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie be hinderte oder kriegstraumatisierte Kinder und Halbwaisen, die in integrativen Tageseinrichtungen in Tuzla betreut wurden, oder für alte Menschen, die materiell oder medizinisch kaum versorgt werden.
Wir werden Jochen sehr vermissen und seiner stets gedenken.

Safet Sejranic
Ebenso trauern wir um Safet Sejranic, der am 06.07.2013 nach schwerer Krankheit starb. Safet hat durch seine Arbeit vor Ort in Tuzla die Gruppe „Den Krieg Überleben“ und den „Kinderzirkus Pinocchio“ wesentlich unterstützt. Er war Mitbegründer der Gruppe „bina mira“. Safet war immer da, wenn man ihn brauchte, er hatte sein Herz am rechten Fleck. Wir werden immer gerne an ihn zurück denken.

Ismet Jakupovic
ist es zu verdanken, dass die ersten Hilfsgütertransport direkt in die Kriegsgebiete in Zentralbosnien durchgeführt werden konnten. Heinz Jussen suchte Ende 1992 einen mutigen Bosnier, der für die verbale Verständigung und für die Streckenfindung in Kroatien und Bosnien unbedingt notwendig war.

Als Vorsitzender des Aachener „Club Bosna“ erklärte sich Ismet Jakupovic sofort bereit, Heinz Jussen in dessen Weihnachtsferien auf einem Lkw zu begleiten. Für ihn war bereits dieser Transport besonders gefährlich, da sich inzwischen ein Krieg innerhalb des Krieges entwickelt hatte. Die herzegowinische Armee unterstützt von der kroatischen Armee hatte es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht, innerhalb Bosniens einen separaten Staat „Herceg Bosna“ auszurufen. Von da an galten die Kampfhandlungen auch gegenüber der Bosnischen Armee. Das heißt alle Bosniaken, also Muslime, wurden zu Feinden. Da Ismet Jakupovic Bosniake war, galt er bei allen Krontrollen innerhalb der Herzegowina als Feind. Die Kernfamilie von Ismet Jakupovic stammt aus dem Teil Bosniens, in dem die faschistisch-nationalistisch orientierten Serben besonders viele Konzentrationslager eingerichtet hatten. Hierzu gehörten u. a. Keraterm, Trnopolje, Omarska. Ein Großteil seiner Verwandtschaft wurde hier deportiert und einige umgebracht.

Die gefährlichste Situation überlebte Ismet Jakupovic als er mit einem weiteren Bosnier einem Konvoi zugeordnet wurde, der komplett auf einem Sportplatz in der Herzegowina gefangen gehalten wurde. Als nach vier Tagen diese Gefangenschaft durch internationale Intervention aufgehoben wurde, stoppten Kämpfer eine paramilitärischen Einheit die Lkws, kontrollierten die Papiere der Besatzungen und erschossen 9 muslimische Fahrer. Durch Zufall konnte Ismet Jakupovic diesem Massaker entkommen. Trotz dieser und anderer lebensgefährlichen Situationen führte Ismet Jakupovic während der gesamten Kriegszeit (1992 bis 1995) Hilfsgütertransporte mit Jochen Major oder Heinz Jussen nach Zenica und Tuzla durch.