Vier Vereine haben sich zusammengeschlossen um gemeinsam Kindern in der Ukraine, die an Diabetes erkrankt sind, zu helfen.
Wo ist das Problem?
Die Ukraine leidet unter dem Krieg. Der Krieg kostet Geld, viel Geld, und Ressourcen. Dadurch leidet natürlich auch das Gesundheitssystem – es fehlt an allen Ecken und Enden.
Ungefähr 1,3 Millionen Diabetespatienten gibt es in der Ukraine, davon alleine circa 15.000 Kinder mit Typ 1 Diabetes.
Diabeteskranke Kinder leiden mehrfach:
An Krieg und Zerstörung, an Vätern, die getötet oder verwundet worden sind, an überlasteten Müttern, an ihrer Diabetes-Krankheit – und auch an unzulänglicher Versorgung.
An dem Krieg und seinen Folgen können wir Vereine nur wenig ändern, aber wir können die Versorgung der Diabetes-kranken Kinder verbessern.
Auch wenn der Krieg früher oder später vorbei sein wird, wird es weiterhin einen Mangel in der Versorgung der Kinder geben – deshalb ist unser Projekt langfristig ausgelegt.
Wer sind die vier Vereine?
Natürlich ist das Aachener Netzwerk mit dabei. Seit mehreren Jahren unterstützen wir die notleidende Bevölkerung in der Ukraine, u.a. durch 1000 First Aid Kits, 4 Trinkwasseraufbereitungsanlagen und eine Brennstoffbrikettieranlage.
Kipepeo – fair und sozial e.V. hat seinen Sitz in Winterberg. Kipepeo und das Aachener Netzwerk kooperieren schon seit vielen Jahren – und ganz besonders bei Hilfstransporten in die Ukraine.
Über Kipepeo kam auch unser Partner in der Ukraine ins Spiel: Gora Dobra – Berg des Guten. Sie sitzen im ukrainischen Lviv und kümmern sich darum, dass unsere Spenden bei den hilfsbedürftigen Kindern ankommen.
Die Kriegskindernothilfe e.V. sitzt in Warmensteinach, unweit von Bayreuth. Sie ist, wie das Aachener Netzwerk, Anfang der 1990er Jahre aufgrund der Balkankriege gegründet worden. Allein schon aufgrund ihres Namens passt sie hervorragend in dieses Projekt.
Wie können wir helfen?
Natürlich stehen auch in der Ukraine Hilfsmittel für Diabetes-Kranke zur Verfügung. Nur oft zu wenig oder in unzureichender Qualität. So gibt es meist nur Teststreifen und keine Blutzuckermessgeräte, die kontinuierlich messen. Gerade bei Kindern ist eine Unter- oder Überzuckerung deshalb vorprogrammiert. Deshalb kaufen wir diese Messgeräte und überreichen sie bedürftigen Kindern – natürlich unter ärztlicher Anleitung.
Darüber werden wir weitere Hilfsmittel zur Insulingabe besorgen: Pens, Insulinpumpen, Katheter, Nadeln, … Dabei passen wir auf, welche Hilfsmittel in der Ukraine gebräuchlich sind.
Deshalb sammeln wir Geld- und Sachspenden von Privatpersonen und Firmen.
Übernehmen Sie die Patenschaft für ein Kind. Für 70 € pro Monat sagen wir Ihnen ganz konkret, welchem Kind Sie damit helfen. Sie bekommen Informationen über die Krankengeschichte des Kindes und weshalb wir gerade dieses Kind unter den vielen hilfsbedürftigen Kindern ausgewählt haben.
Jeden Monat 70 € ist eine Menge Geld. Natürlich können Sie die Kinder auch mit einer geringeren regelmäßigen Spende unterstützen. Auch dann erfahren Sie über unseren Rundbrief, wie es mit unserem Projekt weiter geht.
Das deutsche Gesundheitssystem versorgt ca. 37.000 Kinder und Jugendliche, die an Typ 1 Diabetes leiden. Wir Ärztinnen und Ärzte wissen, dass diese Erkrankung eine tägliche Bürde ist, weil zu keiner Mahlzeit und zu keiner Tageszeit die Therapie ausgelassen werden darf.
Die Sorge darum, ob genügend Medikamente und Hilfsmittel zur Verfügung stehen, verschlechtert die psychische Situation noch zusätzlich und damit auch die Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und der gesamten Familie.
Eine gute Versorgung mit Insulin und Hilfsmitteln zu gewährleisten, ist ein elementarer Baustein für die Therapie und das Wohlergehen dieser Menschen.
Dr. med. Angeliki Pappa
Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
im Universitätsklinikum RWTH Aachen
Mitglied im Aachener Netzwerk