Rundbrief 37 – Oktober 2022

Inhalt:

Unsere Fotoaktion

Durch unsere Kunstaktion kamen wir in Kontakt zu vielen Fotograf*innen. Manche arbeiten eher dokumentarisch, manche eher künstlerisch – aber wer will die Grenze ziehen? Einige haben uns für die Kunstauktion fertige Abzüge zur Verfügung gestellt, andere sogar Dateien, die wir verwenden durften. Ende 2021 haben wir so 13 Fotos von drei Fotograf*innen in einer ein­heitlichen Größe angeboten.

Nach und nach haben sich Kontakte zu weiteren Fotograf*innen ergeben und wir haben sie gefragt, ob auch sie uns Fotos zur Verfügung stellen möchten. Wir waren wohl überzeugend – alle haben zugestimmt. Und so haben wir nun 12 Fotograf*innen aus mehreren Nationen „im Programm“. Und natürlich ist somit auch die Anzahl der Fotografien deutlich größer geworden – fast 60 Fotos haben wir aus den über 100, die uns angeboten wurden, ausgewählt.

Das Oberthema lautet „Flucht“, nicht ganz eng interpretiert. Die Auswahl der Fotos fiel weder uns noch den Fotograf*innen leicht. Wie stellt man menschliche Katastrophen dar, die sich in den Herkunftsländern, auf der Flucht und auch hier, in den „reichen Ländern“ ab­spielen, zeigt aber gleichzeitig Lebensfreude und „schöne“ Alltagsszenen?

Die Fotograf*innen und wir haben diesen Spagat versucht – das Ergebnis stellen wir euch hier vor.
Wir haben die Fotos in einer limitierten Auflage hochwertig drucken und von den Foto­graf*innen persönlich signieren lassen.
20 % der Erlöse gehen an die Künstler*innen, der größte Teil geht aber an Projekte, die Fluchtursachen und ihre Auswirkungen bekämpfen.
Alle Fotos wurden hochwertig auf Hahne­mühle®-Papier gedruckt und in Holzrahmen mit Glas eingefasst.

Größe und Preise
Es gibt 3 Größen:
– klein

Die Fotos sind gedruckt auf Hahnemühle® Photorag in digitalem Pigmentdruck mit der einheitlichen Größe von 17×25 cm², mit Rand ca. 21×30 cm².
Die Auflage ist jeweils auf 20 Exemplare limitiert und durch die Fotograf*innen signiert.
Wir bieten die Bilder alternativ gerahmt und ungerahmt an.
Gerahmt haben die Bilder mit Passepartout und Rahmen eine Größe von 30×40 cm² – sie kosten 111 €.
Für die ungerahmten Bilder beträgt der Preis 66 € incl. Porto und Verpackung.
Ab 3 Exemplaren liefern wir in unserer attraktiven Mappe.

– mittel

Die Fotos sind gedruckt auf Hahnemühle® William Turner 310 g als Digigraphie®. Sie haben eine Größe von 30×45 cm², umrandet von einem Passepartout. Die verglasten und weiß lasierten Rahmen haben eine Größe von 45×60 cm².
Die Auflage ist jeweils auf 10 Exemplare limitiert und durch die Fotograf*innen signiert.
Der Preis beträgt 199 € incl. Porto und Verpackung.

– groß

Auch die großen Fotos sind gedruckt auf Hahnemühle® William Turner 310 g als Digigraphie®. Sie haben eine Größe von 40×60 cm², umrandet von einem Passepartout. Die verglasten und weiß lasierten Rahmen haben eine Größe von 50×70 cm².
Die Auflage ist (mit einer Ausnahme) auf 3 Exemplare limitiert und jedes Exemplar durch die Fotograf*innen signiert.
Die Preise liegen, incl. Porto und Verpackung, zwischen 350 € und 800 €.

Kaufen

Die hier gezeigten Bilder sind nur ein Teil der Fotografien.
Auf https://aachener-netzwerk.de/fotoaktion/ können Sie alle Fotos sehen und unter https://aachener-netzwerk.de/fotos-bestellen/ können Sie die Fotos online bestellen.

Helmut Hardy und Michael Dohle

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Ausstellungen

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – und ein Originalbild mehr als eine kleine Abbildung in diesem Rundbrief oder im Internet. Deshalb möchten wir unsere Fotos gerne ausstellen. Überall dort, wo Menschen sich aufhalten und Zeit haben, die Fotos auf sich wirken zu lassen. Wir dachten dabei an Wartezimmer von Rechts­anwält*innen, Notar*innen, Ärzt*innen, Zahn­ärzt*innen, …
Wir stellen die Fotos gerne für einen begrenzten Zeitraum kostenlos zur Verfügung, ergänzt um Informationen zu den Fotos und ein Informationsblatt zum Mitnehmen.

Unsere erste „Pilotin“ ist die Zahnärztin Ivana Buck. In ihrer Praxis hängt ein Dutzend unserer Bilder. Wenn Sie Lust haben, schauen Sie doch mal in ihrer Praxis vorbei. Sie befindet sich in der Ellerstr. 22 in Brand.

Spätestens im November werden auch fünf Fotografien in der Buchhandlung Das Worthaus in der Burtscheider Gregorstraße zu sehen sein.

Sehr zentral liegt das Medizinische Versor­gungszentrum Peterstraße 20 – 24, wo wir gerade die dritte Ausstellung vorbereiten.

Gerne präsentieren wir unsere Fotos an weiteren Orten – sprechen Sie uns bitte gerne an, wenn Sie Ideen dazu haben.

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Alea Horst

Alea Horst steht nicht nur alphabetisch vorne, sondern sie war auch eine unserer ersten Unterstützer*innen.

Sie ist in vielen Krisen- und Kriegsregionen unterwegs: in Afghanistan, Bangladesh, Griechenland, Jordanien, Rumänien und Syrien dokumentierte sie Flucht, Verfolgung, Armut, Kinderarbeit und soziale Ungleichheit.

Doch spätestens seit der Gründung ihres Vereins Alea e.V. unterstützt sie Hilfs- und Bildungsprojekte auch ganz praktisch.

Dieses Jahr erschien ihr Kinderbuch „Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“. Das Titelbild sieht einem der drei bei uns vertretenen Fotos sehr ähnlich:

Alea Horst - Hoffnung gibt es immer
Alea Horst – Hoffnung gibt es immer
Moria, Lesbos, Griechenland, 2020

Ein Jahr vorher entstand dieses Bild:

Alea Horst - Schönheit kennt kein Alter
Alea Horst – Schönheit kennt kein Alter
Dhaka, Bangladesch, 2019

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Dirk Planert

Dirk Planert ist seit über 30 Jahren Radio- und TV-Journalist und seit 2020 Rettungssanitäter. Er enga­gierte sich in den 90ern als humanitärer Helfer während des Jugoslawienkrieges. 2012 kehrte er nach Bosnien zurück und arbeitete zwei Jahre an humanitären Projekten in Srebrenica. Dann folgten Reportage-Reisen nach Afghanistan, Irak, Gaza, Westbank, Mali und Bosnien. Zufällig war Planert im Juni 2019 dabei, als mehrere hundert Flüchtlinge von den Behörden in der Region Bihać auf eine Müllhalde deportiert wurden. Planert blieb und baute in dem sogenannten Jungle Camp Vučjak eine Ambulanz auf. Daraus entwickelte sich später die lokale Hilfsorganisation „SOS-Bihać“. Heute arbeitet der 54jährige im Rettungsdienst in seiner Heimatstadt Dortmund, ist ehrenamtlich für SOS Bihać aktiv und Mitglied des Aachener Netzwerkes.

Dirk Planert - Verzweifelter Hilferuf
Dirk Planert – Verzweifelter Hilferuf
Vučjak, Bosnien und Herzegowina, 2019

Die Fotos, die Dirk uns zur Verfügung gestellt hat, sind alle im Flüchtlingslager Vučjak entstanden. Dieses Lager war das Ziel unseres ersten Hilfstransports im Jahre 2019 (nach den zahlreichen Transporten in der Gründungszeit unseres Vereins).

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Erik Marquardt

Erik Marquardt war Fotograf und ist seit 2019 Mitglied des Europaparlaments. Seine Schwerpunktthemen sind, wenig überraschend, Flucht, Migration und Menschen­rechte. Sein Engagement ist so vielfältig, dass wir hier lieber auf Wikipedia verweisen.

Erik Marquardt - Flying X
Erik Marquardt – Flying X
Idomeni, Griechenland, 2016
Erik Marquardt - Belgrad
Erik Marquardt – Belgrad
Belgrad, Serbien, 2017
Erik Marquardt - Turmbau
Erik Marquardt – Turmbau
Idomeni, Griechenland, 2016

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Gudrun Petersen

Gudrun Petersen lebt in Aachen und Hamburg. „Nicht wegschauen, sondern genau hinsehen und hinfühlen, doku­mentieren und künstlerisch gestalten“, das sind die Impulse, denen sie folgt.

Ihre Bildern aus Gambia zeigen ein farben­frohes Leben – das durch Armut verdunkelt wird. Ein Grund dafür ist die Hochseefischerei und die dadurch leergefangenen Fischgründe.

Gudrun Petersen - Alleinerziehende Mutter
Gudrun Petersen – Alleinerziehende Mutter
Tanji, Gambia, 2018
Gudrun Petersen - Treffpunkt Brücke
Gudrun Petersen – Treffpunkt Brücke
Georgetown, Gambia, 2018

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Hanna Lenz

Hanna Lenz lebt in Lübeck und Hamburg. Als Fotografin arbeitet sie für die TAZ und FAZ, für DIE ZEIT und brand eins, für den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung.

Die uns zur Verfügung gestellten Fotos zum Thema „Familiennachzug“ stammen aus der Ausstellung „Ihr fehlt uns“, die sie für die Humanistische Union Lübeck erstellt hat. Sie kann gerne dort ausgeliehen werden.

Lübeck, 2020

„Damit mein schwer krankes Kind medizinisch gut versorgt wird und meine Frau mit den zwei Kindern in Sicherheit ist, bin ich von Kabul nach Deutschland geflohen. Mein Asylantrag wurde abgelehnt, aber ich habe eine Wohnung und Arbeit gefunden. Nun muss meine Familie ver­suchen zur deutschen Botschaft nach Pakistan zu kommen.“

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Jesco Denzel

Jesco Denzel sind wir Anfang 2020 in Bihać begegnet. Deshalb haben wir ihn schon sehr früh auf unsere Aktion angesprochen. Jesco ist seit 2010 offizieller Fotograf der Bundesregierung und bekam 2018 den „World Press Photo Award (Zeit­geschehen, Einzelbilder)“ – wohlverdient, wenn man seine Bilder sieht.

Jesco Denzel - Daigul Hussainkheih
Jesco Denzel – Daigul Hussainkheih
Bihać, BiH, 2020
Jesco Denzel - Jalal Udeen
Jesco Denzel – Jalal Udeen
Bihać, BiH, 2020
Jesco Denzel - Lagos
Jesco Denzel – Lagos
Lagos, 2017

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Johanna Berghorn

Unsere jüngste Fotografin ist Johanna Berghorn. Sie wohnt in Berlin. Ihre Kundenliste ist ebenso beeindruckend wie ihre nicht-kommerziellen Fotos.

 

 

Lesbos, Griechenland, 2022
Mahia (5 Jahre alt) aus Afghanistan. Sie und ihre Mutter sind Anfang des Jahres auf Lesbos im Cara Tepe Camp angekommen, wo ich sie Februar 2022 porträtiert habe. In der Woche herrschten beinahe Minusgrade auf der Insel und kalte Windböen, weshalb wir im LNOB Center eine Verteilung von Winter-Klamotten gestartet haben, zu der auch Mahia und ihre Mutter gekommen sind.
Mauretanien, 2019
Das Bild ist im Rahmen unserer Charity-Fahrt von Drivetohelp auf dem Weg zur ASB Health Clinic Gambia entstanden.

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Louisa

Louisa Gouliamaki

Louisa Gouliamaki lebt in Athen – wenn sie nicht gerade in den Konfliktgebieten dieser Welt unterwegs ist.

Georgien, Griechenland, Iran, Kosovo, Libyen, Ungarn, Ukraine sind einige ihrer Einsatzgebiete, wo sie u.a. für Agence France Press (AFP) tätig war und ist.

Sie ist mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet worden – bis hin nach China und Japan.

Hier zwei ihrer sieben Fotos unseres Angebots:

Louisa Gouliamaki - Kosovo Refugees
Louisa Gouliamaki – Kosovo Refugees
Albanische Flüchtlinge erreichen die Grenze zwischen Albanien und dem Kosovo bei Morina, mitten im Krieg, der 1999 u.a. mit NATO-Luftschlägen geführt wurde.
Louisa Gouliamaki - Safety
Louisa Gouliamaki – Safety
Eine Mutter, Flüchtling aus Syrien, hält ihren Sohn in einer Rettungsdecke warm, nachdem sie im November 2015 mit einem Schlauchboot die griechische Insel Lesbos erreicht haben.

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Milene van Arendonk

Milene van Arendonk lebt in Den Haag und arbeitet welt­weit. Ihre Fotos sind von so beeindruckender Qualität, dass wir sieben Stück in unser Programm aufgenommen haben – hier nur zwei davon:

Milene van Arendonk - Ikram
Milene van Arendonk – Ikram
Lesbos, Griechenland, 2020
Milene van Arendonk - Together
Milene van Arendonk – Together
Lesbos, Griechenland, 2020

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Monika Kuck

Monika Kuck hat Biologie und Kunst studiert, war beruflich und ehrenamtlich im Bereich Umweltschutz mit Schwer­punkt Erneuerbare Energien tätig und ist 2010 wieder in die Fotografie eingestiegen.

In Aleppo und Calais hat sie sich intensiv mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt.

Monika Kuck - Kuscheltierbaum
Monika Kuck – Kuscheltierbaum
Nun, Spielzeug wächst nicht auf Bäumen. In Dunkerque traf Monika Kuck im Februar 2016 auf diesen Kuscheltierbaum. Es war schlimmes nasskaltes Schmuddelwetter mit Nieselregen. Man stand knöchelhoch im Schlamm. Sie fragte sich: „Sollten die gespendeten Kinderspiel­zeuge vor dem Schlamm in Sicherheit sein oder war es eine Zurschaustellung kulturell unpas­sender Spenden?“ Letzteres vermutlich nicht, aber wirklich klären konnte sie das nicht.
Monika Kuck - Eine feste Burg ist Gott?
Monika Kuck – Eine feste Burg ist Gott?
Im Jungle von Calais gab es eine christliche Kirche und eine Moschee. Den Glauben nicht verlieren, heißt: die Hoffnung nicht verlieren?

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Samir Zahirovic

Aus Tuzla in Bosnien stammt Samir Zahirovic. Er ist dem Aachener Netzwerk schon lange verbunden. Schon im März 1995 hat er bei der Ausstellung „Tuzla – Eine Stadt in Europa“ im Alten Kurhaus mitgewirkt.
Beim Flame-for-Peace-Lauf 2014 von Sarajevo nach Aachen war er wieder dabei. Auf der Etappe von Bajina Bašta nach Srebrenica hat er dieses Bild aufgenommen:

Samir Zahirovic - Flame for Peace
Samir Zahirovic – Flame for Peace

Nikoleta (mit der Fackel) und Peter (mit dem Tretroller) überqueren bei starkem Regen die alte Eisenbrücke zwischen Bajina Basta und Skelani, die Grenze zwischen Serbien und Bosnien und Herzegowina.

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Willi Filz

Der Belgier Willi Filz beschreibt seinen Ansatz wie folgt: „Porträts sind mein Schwerpunkt. Ich fotografiere Menschen in ihrem alltäg­lichen Umfeld, wie: Jugend­liche in Aleppo oder Alsdorf, Migranten auf Lesbos oder in Marokko.“

Die hier präsentierten Fotos sind bei seiner Spurensuche neben den Porträts auf Lesbos entstanden.

Willi Filz - Lesbos 4
Willi Filz – Lesbos 4
Lesbos, Griechenland, 2021
Willi Filz - Lesbos 2
Willi Filz – Lesbos 2
Lesbos, Griechenland, 2020

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